September 1989

In Leipzig findet die erste sog. Montagsdemonstration des Jahres 1989 statt. Sie geht auf die politisch ausgerichteten "Montagsgebete" der DDR-Friedensbewegung zurück. Die Menschen fordern Reisefreiheit und die Abschaffung des Ministeriums für Staatssicherheit. Auf dem Berliner Alexanderplatz wird erneut gegen die Wahlfälschungen vom 7. Mai protestiert. DDR-Sicherheitskräfte unterbinden die Aktion und nehmen etwa 80 Personen vorübergehend fest. Im Laufe des Monats gründen sich das "Neue Forum" und "Demokratie Jetzt". Ein hohes persönliches Risiko: Keiner weiß, wie die Staatsmacht darauf reagieren wird. Aber: Die Proteste zeigen Wirkung. Die Opposition erstarkt und hat großen Rückhalt in der Bevölkerung. Wie lange kann sich die Regierung dem Wunsch ihrer Bürger nach Veränderung noch entziehen? Wer wird da aktiv? Was löst diese Welle der Gründung von Organisationen und Parteien aus? Worüber wird untereinander diskutiert?

Platz vor der Leipziger Nikolaikirche
"Wer wusste schon, was Demokratie heißt" - Es ist nicht leicht. Spaß macht es wenig. Interessant ist es sehr, verwirrend immer. Das Suchen nach offenen Aussagen über die Geschehnisse des Jahres 1989 durch ostdeutsche Zeitzeugen führt zwischenzeitlich zu hilfreichen, hier stark verkürzt festgehaltenen, subjektiven Erkenntnissen.
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