Alltag in der DDR

Neben den Berichten über die großen Ereignisse des Jahres 1989 gibt es unzählige Geschichten über das ganz normale Leben zwischen Kap Arkona und dem Vogtland. In unserer Alltags-Kategorie veröffentlichen wir ab sofort Reportagen über Arbeit, Freizeit, Engagement, Schule und Kultur in der DDR.

Silo, Beton
Keine Einheit von Theorie und Praxis - Mit Plänen kennt Hannes sich aus. Der heutige Rentner hat sowohl auf dem Bau als auch in der Landwirtschaft gearbeitet - und irrwitzige Erfahrungen mit dem allgegenwärtigen Mangel in der DDR gemacht. Als Ingenieur versuchte er, jeder Situation das Beste abzugewinnen - manchmal allerdings ohne Erfolg.
Karlsbrücke in Prag
"Sgt. Pepper" im LKW, Schüsse in der Botschaft - Willi trägt ein kariertes Hemd, das sich großzügig über den Gemütlichkeitsbauch legt. Seine Augen blitzen, die runde Brille verleiht ihm einen jugendlichen Ausdruck, fast ein wenig schelmisch blickt er darüber hinweg, wenn er erzählt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Willi früher ein Überflieger war, ein DDR-Jugendlicher mit einem Freiheitsdrang, der die Grenzen dieser Welt einfach ignorierte - und sich plötzlich mitten im "Prager Frühling" wiederfand.
Demokratie? Eine Farce!
Demokratie? Eine Farce! - Trotz Mehrparteiensystem keine echte Wahl - unglaublich, aber Realität in der DDR. Winfried M., 1986 Stadtrat und als solcher Verantwortlicher für die Vorbereitung der Wahlen in Gera, erinnert sich an die Vorgaben der SED. Das Ergebnis, so verrät er mir, stand fest, lange bevor die Zettel ausgezählt waren.
Dienstags zur Stasi
Dienstags zur Stasi - Fleiß, Sauberkeit, Pünktlichkeit. Der Sozialismus ist die Wahrheit, der Kapitalismus das Ende der Welt. Schon früh spürt Nina K., dass sie in der DDR keine Zukunft für sich sieht. In ihrer Jugend hört sie Punk und New Wave, trägt sich mit Fluchtgedanken, fährt nach Prag, um in die Botschaft der BRD zu gelangen. Schließlich entscheidet sie sich für den offiziellen Weg: Direkt nach ihrem 18. Geburtstag stellt sie einen Ausreiseantrag - und landet in den Mühlen der Staatssicherheit.
Bücherregal
Die Herrin der Bücher - Bücher. Überall. Mindestens fünf bis sechs Bücher im Monat kauft sie sich, meine Oma. Ihre Plattenbauwohnung in Berlin-Lichtenberg, in der sie seit über 30 Jahren wohnt, gleicht einer Bibliothek. Betreten hat sie eine Bibliothek seit Jahren nicht mehr. "Schwellenangst", sagt sie leise. Sie, die früher einmal eine Gewerkschaftsbibliothek geleitet hat.
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